60 Experten diskutierten menschliche Faktoren im Bahnverkehr

Mittwoch, 23. März 2016

Immer wieder kommt es zu Verzögerungen oder Unfällen im Bahnverkehr, die auf menschliche Fehler zurückzuführen sind. Um die Rolle des Menschen im von Technik beherrschten System Bahn besser zu verstehen und stärken zu können, trafen sich am 08. und 09. März 2016 rund 60 internationale Bahnexperten aus Forschung und Industrie in der Stadthalle Braunschweig.

Der von der TU Braunschweig, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) und ITS automotive nord ausgerichtete von Workshop „Rail Human Factors“ gab Einblicke in neueste Erkenntnisse der Forschung zum Menschen im System Bahn. Das Forschungsgebiet Rail Human Factors verfolgt das Ziel, die Prozesse und Systeme im Eisenbahnwesen benutzerfreundlicher, sicherer und effizienter zu gestalten. In den insgesamt sechszehn Vorträgen wurden zum Beispiel Themen wie die benutzerfreundliche Gestaltung von Bedienoberflächen, Assistenzsysteme für Triebfahrzeugführer und Fahrdienstleiter, die Wirksamkeit von Maßnahmen und Trainings auf das Personal oder der Einfluss von Müdigkeit und nicht-technischen Fähigkeiten auf die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Menschen vorgestellt und diskutiert. In einem zugehörigen Tagungsband wurden alle Beiträge zusammengefasst und von ITS automotive nord veröffentlicht.

Der diesjährige Workshop war nach 2014 bereits die zweite Auflage der Veranstaltung. Aufgrund des positiven Feedbacks ist es geplant, in zwei Jahren, im Sommer 2018, diesen Workshop erneut durchzuführen und Braunschweig als Zentrum der deutschen Rail Human Factors Forschung zu manifestieren. Mit dem DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik und dem TU-Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung sind zwei der wesentlichen Treiber dieses Forschungsgebietes für Deutschland vor Ort. In beiden Einrichtungen werden eisenbahnbetriebliches Fachwissen und psychologische Grundlagen kombiniert, um so gezielt den menschlichen Einfluss im Eisenbahnwesen analysieren zu können. Theoretische Überlegungen werden mit praktischen Untersuchen z.B. Simulatorstudien kombiniert.