Autonomes Fahren – Experten diskutierten in der IHK Braunschweig über die Mobilität von morgen

Mittwoch, 5. April 2017

Rund 200 Gäste waren am Montagabend der Einladung der IHK Braunschweig gefolgt und folgten im vollbesetzten Kongresssaal der IHK der äußerst lebhaften Podiumsdiskussion zum Thema „Autonomes Fahren. Unsere Mobilität von morgen: selbstbestimmt – fremdbestimmt – unbestimmt?“. ITS automotive nord sowie die „Allianz für Intelligente Mobilität“ waren Kooperationspartner der IHK Braunschweig bei der Veranstaltung.Helmut Streiff, Präsident der IHK Braunschweig begrüßte die Teilnehmer und führte mit den Worten „heute beginnt die gesellschaftliche Debatte über die Mobilität von morgen“ in die Diskussion ein, was sich hinsichtlich Sicherheit und Umwelt, aber auch in punkto Fahrspaß ändert, wenn Fahrzeuge autonom fahren.Die Herausforderungen und Veränderungen, die ein selbstfahrendes Auto mit sich bringt stellte Dr. Volker Lüdemann, Leiter des Niedersächsischen Datenschutzzentrums, Professor für Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht und Vorsitzender der Ethikkommission der Hochschule Osnabrück in seinem Impulsreferat vor. Neben den gesetzlichen Bestimmungen  ging er auch auf die Bedenken in Sachen Datenschutz ein: Man stehe vor einer „gewaltigen Herausforderung für unser Rechte- und Wertesystem“. Im Gegensatz  zu Unternehmen aus den USA und China hinke Deutschland allerdings in der Entwicklung hinterher und man müsse aufpassen, dass man nicht den Anschluss verliert.Im nachfolgenden Podiumsgespräch, welches von Anje Gering, Leiterin der Abteilung Recht, International und Unternehmensförderung der IHK Braunschweig moderiert wurde, diskutierten die Teilnehmer lebhaft und bisweilen sehr kritisch die Mobilität von Morgen, auch in Bezug auf den gerade durch den Bundestag verabschiedeten Gesetzentwurf zum hochautomatisierten Fahren.Der Autor und Journalist Dr. Hajo Schumacher kritisierte den derzeitigen Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum autonomen Fahren als „ein dem Wahlkampf geschuldeter Schnellschuss“ und sah auch die vorgesehene Halterhaftung als Hindernis für die die Anschaffung eines autonomen Fahrzeugs.  Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, kündigte ebenfalls an im Bundesrat Änderungen dazu anzustreben. Auch Kay Nehm, Präsident des Deutschen Verkehrsgerichtstages und Mitglied der Ethik-Kommission der Bundesregierung zum automatisierten Fahren befand den Entwurf als nicht mutig genug.Das Fazit der Diskutanten: Die Entwicklung zum autonomen Fahren nimmt an Fahrt auf. Für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gelte es nun, große Herausforderungen zu meistern, um international mitzuhalten. Der erste Schritt in Niedersachsen ist der Aufbau des Testfeldes autonomes Fahren. Minister Lies brachte es mit seinem Fazit auf den Punkt: „Mehr machen! Deutschland ist führend in der Technik, Deutschland ist führend  bei der gesellschaftlichen Absicherung wichtiger Themen, wie Datenschutz, Produkthaftung und Gewährleistung. Das gilt es jetzt auch als Maßstab zu verankern“.